Edelstahl

DIE VERSCHIEDENEN ROSTFREIEN STÄHLE

Rostfreier Stahl ist im Prinzip eine Legierung aus Eisen und Chrom und enthält mehr als 11% Chrom. Man unterscheidet die folgenden Stahlarten:

1. Austenitstahl

Er enthält 18 bis 20% Chrom und 8 bis 10% Nickel. Da er nicht magnetisch ist, wird er von einem Magneten nicht angezogen. Am meisten werden die Typen 18/8 bzw. 18/10 (AISI 304) verwendet. Dank des Nickelanteils ist dieser Stahl der einzige, der einen Korrosionsschutz gewährleistet. Er wird für die Herstellung hochwertiger Edelstahlbestecke verwendet.

2. Martensit-Stahl

Er enthält 10 bis 18% Chrom und eignet sich für die Härtung im Tauchbad. Es handelt sich um die am meisten verwendete Stahlart für die Herstellung von Messern (AISI 420). Um hochwertige Messer herzustellen, muss die Klinge im Tauchbad gehärtet werden, um eine wirksame und dauerhafte Schnittfähigkeit zu gewährleisten, ohne jedoch die Fayence oder das Porzellan anzugreifen.

Dieser Stahl ist weniger korrosionsfest. Daher wird seit der Einführung der Geschirrspülmaschinen davon abgeraten, die Messer darin zu reinigen.

3. Ferritischer Stahl

Er enthält 16 bis 18 % Chrom, eignet sich jedoch nicht für die Härtung im Tauchbad. Er ist ein wenig korrosionsfester als Martensit-Stahl und kann leicht kaltbearbeitet werden. Der Typ AISI 430 wird am häufigsten zur Herstellung preisgünstiger Haushaltsartikel verwendet.

Wir können diese beiden letztgenannten Stahlarten (Martensit-Stahl und ferritischer Stahl) an ihrem Magnetismus erkennen. Aufgrund ihrer Erfahrung versuchen verschiedene Hersteller zu belegen, dass diese beiden Stahlarten zwar durchaus spülmaschinenfest, jedoch auch sehr anfällig sind, wenn bestimmte unglückliche Umstände zusammenkommen (siehe Kapitel 2 : Oxidation).

Um die Korrosionsrisiken zu mindern, verwenden wir für die kostengünstigen Bestecke (ferritischer Stahl - ohne Nickel) Stahl mit hohem Chromgehalt (17-18 %).  Dieser Stahl ist teurer und wird für die meisten Modelle der Kollektion Eternum verwendet. Für die Messer der Kollektion Eternum Signature verwenden wir einen noch teureren Stahl mit Chrome-Molybdän.

Alle diese von unserem Unternehmen eingekauften Stahlsorten werden streng geprüft und besitzen ein Analysenzertifikat, wodurch garantiert wird, dass die Qualitätsnormen eingehalten werden.

Außerdem verwenden wir ein Spektrometer, mit dem wir die Zusammensetzung des Stahls kontrollieren können; so gewährleisten wir die Übereinstimmung des Stahls der von uns vertriebenen Produkte mit den internationalen Normen.

Konkret geht jeder Analyse die Kalibrierung des Gerätes anhand eines Musterstückes voraus, dessen jeweiliger Gehalt perfekt erkannt und bestätigt wird. Durch die Ergebnisse der Analyse und die gemessenen Differenzen im Vergleich zu dem Musterstück können wir genau nachprüfen, ob der verwendete Stahl mit den geltenden Normen übereinstimmt oder nicht. 

OXIDATION

Zunächst muss vermerkt werden, dass Korrosion nichts mit der Qualität des rostfreien Stahls zu tun hat. Um die Mechanismen, die die Korrosion verursachen können, besser zu verstehen, ist es gut zu wissen, wodurch der Stahl rostfrei wird.

Wie wir bereits wissen, handelt es sich bei rostfreiem Stahl um Legierungen, deren Hauptbestandteil Eisen ist. Die Rostfestigkeit der Legierung beruht auf einem Selbstschutzmechanismus, der sich in einer Sauerstoffumgebung oder einem oxidierenden Milieu bildet (umgebende Luft).

Im Gegensatz zu den bekannten Stählen, bei denen der auf der Oberfläche auftretende Rost sich auf die gesamte Masse ausdehnen kann, bilden die rostfreien Stähle auf ihrer Oberfläche eine dünne, gleichmäßige und undurchlässige Chromoxid-Schicht, die jegliches Eindringen der Oxidation verhindert. Dieses Phänomen, « PASSIVIERUNG » genannt, kann nur entstehen, wenn der Chromgehalt ausreichend ist.

Also ist ein optimaler Korrosionswiderstand nur dann gewährleistet, wenn sich auf der sauberen Oberfläche durch freie Oxidation problemlos ein dünner passiver Schutzfilm bilden kann.

Es ist daher von entscheidender Bedeutung, jegliche Ablagerungen auf dem Besteck zu vermeiden bzw. zu entfernen. Diese Ablagerungen können in vier Arten eingeteilt werden :

 1. Speisereste auf Grund mangelhafter Reinigung :

Sie sind in der Regel leicht zu vermeiden, indem das Besteck abgespült wird, bevor es in die Geschirrspülmaschine kommt, wodurch verhindert wird, dass die Speisereste an dem Besteck haften bleiben.

 2. Speisereste durch Neuablagerung :
In diesem Fall wird das Besteck zwar im Laufe des Waschzyklus gründlich gereinigt, aber eine schlechte Spülung führt dazu, dass nicht alle Unreinheiten entfernt werden, die sich dann wieder auf dem Besteck ablagern. Um diese Ablagerungen zu vermeiden, sind alle in dem Handbuch beschriebenen Spülbedingungen gründlich einzuhalten.
 3. Kalkablagerungen :

Dieses Phänomen tritt häufig auf, wenn der Härtegrad des Leitungswassers zu hoch ist (zu kalkhaltiges Wasser), und kann mit dem Einsatz von Weichspüler verhindert werden.

 4. Ablagerungen auf Grund zu hohen Salzgehaltes im Wasser :

Diese lassen sich mit Hilfe einer Demineralisierungsanlage verhindern.

Neben den Ablagerungen  besteht eine weitere mögliche Problemursache in der “Entpassivierung” des rostfreien Stahls. Wie wir bereits wissen, beruht die Rostfestigkeit auf der Bildung einer passiven Chromoxid-Schicht auf der Oberfläche. Daher muss jeder Kontakt der Oberfläche mit Substanzen vermieden werden, die durch eine Änderung ihrer chemischen Zusammensetzung eine Aktivierung verursachen können. Als Beispiele führen wir Chloride (Salze), Eisen (Deckel von  Mayonnaisegläsern), Silber und Aluminium (die Ablagerung von Aluminium auf Stahl führt zu einem Matt-Effekt) an.

Darüberhinaus ist auch der ferritische (Besteck mit Chrom ohne Nickel) und der martensitische Stahl (Messer) korrosionsanfällig, z.B.:

  • Durch Kontakt mit Nahrungsmittelsäuren (Essig, Zitrone, Tomatensauce, Mayonnaise usw.) ;
  • Durch falsche Dosierung des Spülmittels (meist auf der Grundlage von Zitronensäure) ;
  • Durch falsche Dosierung des Waschmittels.

Seit der Einführung der Geschirrspülmaschine wurde deren Kapazität in der Tat gesteigert, während die Größe der Haushalte gleichzeitig abnahm. Damit verlängert sich die Zeit zwischen der Beschickung der Spülmaschine mit Geschirr und dessen Reinigung. Dadurch werden immer aggressivere Produkte notwendig, damit die im Laufe mehrerer Tage angetrockneten Speiserückstände gelöst werden können. Wir erinnern uns, dass die Passivierung, durch die der Stahl rostfrei wird, im Kontakt mit der umgebenden Luft vonstatten geht. Wenn sich einmal ein Fleck auf einem Besteck ablagert, hat der Stahl keinen Kontakt mehr mit der Luft und kann sich also nicht mehr schützen. Außerdem haben wir alle schon einmal die Werbung gesehen, in der die Vorzüge eines Produktes x gepriesen werden, mit dem viel Geschirr mit sehr wenig Reiniger gewaschen werden kann. Es versteht sich von selbst, dass, wenn man mit weniger Reiniger ein besseres Resultat erreichen kann, dieser Reiniger wesentlich aggressiver sein muss. Außerdem neigen wir alle dazu, dieselbe Menge - egal bei welchem Produkt - zu verwenden. Der Verbraucher verwendet also im Allgemeinen mehr Reiniger als die Werbung verheißt. Zuviel Reiniger greift bestimmte Stahlsorten sichtbar an und macht Gläser und Geschirr (Fayencen, Porzellan) anfällig.

  • Durch schlechte Spülung.

Da die Reinigungs- und Klarspülmittel korrosiv sind, ist es sehr wichtig, dass die Spülung unter optimalen Bedingungen vonstatten geht. Wenn nämlich Wasser zwischen zwei Besteckteilen oder Messern «gefangen» bleibt, kann es nicht ablaufen und kann somit den Stahl angreifen. Daher ist es ratsam, alle Bestecke ohne Nickel, und vor allem die Messer, aufrecht zu stellen, damit das Wasser ablaufen kann.

Einige Ratschläge…

Hier ein paar Tipps und Tricks, mit denen böse Überraschungen vermieden werden können :

  • Reinigen Sie das Geschirr schnellstmöglich nach seiner Benutzung. Sollte dies nicht möglich sein, spülen Sie das Besteck wenigstens ab, um einen längeren Kontakt mit Nahrungsmittelsäuren zu vermeiden ;
  • Achten Sie auf den reibungslosen Betrieb Ihrer Geschirrspülmaschine. Falls erforderlich, lassen Sie das Leitungswasser von Ihrem Mechaniker einstellen (die werkseitig programmierten Standardeinstellungen stimmen nicht unbedingt mit dem von Ihnen benutzten Leitungswasser überein) ;
  • Verringern Sie nach und nach die Dosierung der Reinigungs- und Klarspülmittel, bis die zufriedenstellende Mindestmenge erreicht ist;
  • Meiden Sie den Kontakt der Bestecke mit Eisen- oder Silberteilen ;
  • Nehmen Sie das Besteck nach abgeschlossener Trocknung aus der Spülmaschine (im Allgemeinen ca. 15 Minuten nach Ende des letzten Spülgangs). Ein Verbleiben in dieser Wärmekammer (feuchtwarme Umgebung) ist das Schlimmste, was Sie Ihrem Besteck passieren kann ;
  • Benutzen Sie niemals zu aggressive Mittel (z.B. Natronlauge), auch nicht bei den Stahlartikeln 18/8 oder 18/10 ;
  • Zur Entfernung möglicher Pulverspuren oder Speisereste auf dem Besteck (und insbesondere auf den Messerklingen und den preisgünstigen Bestecken) spülen Sie diese und trocknen sie gut ab. Zur Entfernung möglicher Flecken :

-   Entweder mit einem Pflegeprodukt für rostfreien Stahl einreiben, das Sie in jedem Drogeriemarkt finden ;

-   Oder mit einem in Essig getauchten Tuch abreiben, sorgfältig abspülen und gut trockenreiben ;

-   Oder eine Zwiebel in zwei Teile schneiden und eine der beiden Hälften mit Puderzucker bestreichen und reiben.

SCHLUSSWORT

Wir hoffen, dass Sie durch die Lektüre dieses Berichts mit rostfreiem Stahl und dessen Benutzung vertraut geworden sind. Er ist auch in Buchform verfügbar, das Sie auf einfache Anfrage erhalten können: zögern Sie nie, es Ihren Kunden zu übergeben. Nach dem Lesen werden die zuweilen bei preiswerten Bestecken und bei Messern auftretenden Probleme leicht vermieden werden können.

Wir nutzen all unsere Erfahrung der Schmiedekunst seit 1924 und verwenden nur die besten Materialien, um Ihnen ein Produkt mit dem bestmöglichen Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten zu können. Durch die Beachtung der obigen Ratschläge kann der Benutzer die dem Besteck eigenen Qualitäten bewahren. 

PS: Wir können nicht für mögliche Probleme haftbar gemacht werden, die auf eine nicht ordnungsgemäße Benutzung zurückzuführen sind.